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Generation Z

Umgang mit der Generation Z: Das erwartet Sie als Arbeitgeber

Die Generation Z folgt auf die Generationen X und Y. Das passt auch ungefähr. Während mit der Generation X die zwischen 1960 bis 1980 Geborenen gemeint sind, bezieht sich die Generation Y auf die Jahrgänge ab 1980, die nachfolgende Z-Generation auf die ab 1990 Geborenen. In der allgemeinen Betrachtung überschneiden sich Y und Z zumindest ab dem Jahrgang 2000, beide Begriffe schließen gern die “Millenials” mit ein. Erfahren Sie hier, was Sie als Arbeitgeber erwartet und wie die mit einem Z klassifizierten Jahrgänge vermeintlich oder tatsächlich ticken.

 

Wie wurde die Generation Z erzogen?

Von Karl Valentin stammt die Aussage, dass man Kinder nicht erziehen müsse, weil sie einem ohnehin alles nachmachen würden. Dieses Zitat aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben sich offenbar die Eltern der Z-Generation zu eigen gemacht, denn ihre Kinder scheinen aus der Sicht von heute 50- bis 60-Jährigen beinahe gar nicht erzogen worden zu sein.

Das erzeugt am Arbeitsplatz mindestens gelindes Unverständnis. Junge Leute achten kaum Autoritäten, sie würden sehr gern flexibel arbeiten, die Arbeit soll außerdem Spaß machen. Der Abteilungsleiter ist im besten Fall ein Entertainer, der sich ständig bemüht, ihre Motivation aufrechtzuerhalten. Daran ist schon zu erkennen, dass es offenbar Kommunikationsprobleme zwischen den Generationen gibt.

Die etwas älteren Kollegen betrachten die Teens und Twens mit großem Unverständnis, Letztere wiederum rümpfen die Nase über eingeschliffene Gewohnheiten und strenge Vorschriften. Sie haben allerdings gute Gründe, auf einem Leben in hoher Qualität zu beharren: Es ist die erste Generation nach dem Zweiten Weltkrieg, die mit dem Gefühl einer ständigen Bedrohung lebt, obgleich sie doch daheim in Deutschland, Mitteleuropa, so sehr behütet aufwuchsen.

Generation Z: Rundumversorgung daheim, Terror und Krisen in der Welt

Diese Generation wurde liberal, verständnisvoll und gewaltfrei erzogen. Teilweise wurden die Kinder von überfürsorglichen “Helikoper-Eltern” nahezu lückenlos betreut und überwacht. Daheim war daher der Ort der Sicherheit und Geborgenheit, Probleme gab es bestenfalls bei der Verständigung über die passenden Freizeitaktivitäten. Die Welt strömte aber über die Medien permanent hinein, sie verhieß schon den Kindern nichts Gutes. Seit den 1990er Jahren gab es

  • die Terroranschläge des 11. September,
  • den ersten und zweiten Golfkrieg,
  • die Jugoslawien-/Balkan-Kriege zwischen 1991 bis 2001 (teilweise mit deutscher Beteiligung),
  • die Finanzkrisen nach dem Platzen der Dotcom-Blase 2001/02 und infolge der US-amerikanischen Subprime-Krise 2007/08,
  • die Fukujima-Katastrophe mit nachfolgender Finanzkrise,
  • die Krisen in Griechenland und der Ukraine,
  • mehrere schwere Terroranschläge in Europa, auch in Deutschland,
  • den Syrienkrieg und die dadurch ausgelöste Flüchtlingskrise sowie
  • ein sich ständig verschlechterndes Klima und permanente Meldungen zu den Ursachen inklusive sehr schlechter Prognosen.

Natürlich sind wir alle von diesen Ereignissen betroffen. Wer aber heute ab Mitte 50 ist, durfte in einer Welt aufwachsen, die zwar durch das atomare Wettrüsten bedrohlich erschien, jedoch in Mitteleuropa stabil war. Die atomare Bedrohung erschien sehr abstrakt. Die Terroranschläge von London, Madrid, Paris und Berlin waren konkret. Wir alle wissen nun, dass es uns an jeder Straßenecke treffen kann. Das Klima wird sich in den nächsten 30 bis 50 Jahren sehr deutlich verschlechtern. Die Älteren, die diese Katastrophe mit ihren klimakillenden Status-Autos und dem Hunger nach billigem Strom verursacht haben, sind dann tot. Die Jüngeren müssen es aushalten. Der instabilen Welt setzt nun die Generation Z einen wiederum über die Medien suggerierten Hedonismus entgegen: Du musst gut aussehen, singen, tanzen, modeln (Casting-Shows), dann hast du ein tolles Leben. Niemand sagt den jungen Leuten, dass ein sinnvolles Leben damit beginnt, sich in die komplexe Materie eines anspruchsvollen Berufes einzuarbeiten.

Umgang mit der Generation Z

Diese Generation erlebt mit ihrem Berufseinstieg einen zunehmenden Fachkräftemangel, man umwirbt sie. Jemand sollte den jungen Menschen sagen, dass dieser Zustand nicht ewig anhalten muss, dass er im langfristigen Wirtschaftsgeschehen sogar eher die Ausnahme darstellt. Doch auch Z-Generationisten wünschen Sicherheit, die man ihnen durchaus anbieten kann – wenn sie im Gegenzug etwas leisten. Sie suchen nach Entfaltungsmöglichkeiten: Das ist legitim. Arbeitgeber sollten ihnen Weiterbildungsmöglichkeiten, flexible Arbeitszeiten, moderne Arbeitsmittel und eine angemessene Bezahlung anbieten. Abteilungsleiter sollten überkommene Autoritätsmuster tunlichst ablegen. Wo es aber strikte Regeln gibt, etwa bei der Sicherheit von technischen Anlagen, sollten die Älteren ohne Wenn und Aber sowie mit der nötigen Strenge die Einhaltung der Regeln überwachen.

Über den Autor

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere.